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Königliche Geschichten - Kabale und Liebe im Aller-Leine-Tal

Vor 300 Jahren bestieg Georg I. aus dem Haus der Welfen Englands Königsthron - der Auftakt zu Macht- und Ränkespielen in Europa. Auch in der Lüneburger Heide weht ein Hauch dieser Geschichte. Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg lebte 32 Jahre lang im Herrenhaus von Ahlden, abgeschirmt von ihren Kindern und Verwandten, von der Außenwelt, vom Leben. 

Während Georg Ludwig, ihr vormaliger Ehemann, 1714 in London als erster englischer König aus welfischem Hause den Thron bestieg, darbte Sophie Dorothea, die an seiner Seite hätte Königin werden können, streng bewacht als Staatsgefangene. Radfahrer können in die Geschichte auf geführten Radtouren eintauchen - es stehen mehrere Termine zur Auswahl. Die Radtouren führen die Teilnehmer vom Schloss in Ahlden bis zum Welfenschloss Celle und versetzt sie dabei zurück in die Zeit der alten Fürstenhöfe. Unterwegs auf den Spuren von Eleonore D'Olbreuse, der letzten Celler Herzogin und ihrer Tochter Sophie Dorothea, auch bekannt als die „Prinzessin von Ahlden“, gilt es allerhand zu entdecken...mehr erfahren


 

Die Prinzessin von Ahlden

Jubiläumsjahr 2016

2016 jährt sich der Geburtstag von Sophie Dorothea - vor 350 Jahren erblickte sie das Licht der Welt. Anlässilich des Jubiläums zeigt das Residenzmusum Celle eine Sonderausstellung bis zum Ende des Jahres. Mit der Sonderpräsentation „Ins Bild gesetzt“ feiert das Residenzmuseum Celle den 350. Geburtstag der Kurprinzessin Sophie Dorothea. Die kleine Ausstellung wird von Mai bis Dezember 2016 in den barocken Paradegemächern gezeigt. Bis heute fasziniert die tragische Liebe zu dem schwedischen Grafen Königsmarck, die ihn das Leben kostete und die Kurprinzessin lebenslang auf Schloss Ahlden verbannte. Die Ausstellung versucht anhand verschiedener Portraits und Zitate das Leben der Sophie Dorothea nachzuzeichnen.

Informationen zum Thema und Veranstaltungsübersicht unter http://residenzmuseum.celle.de/

Wer war Sophie Dorothea?

Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg lebte 32 Jahre lang im Herrenhaus zu Ahlden, entfernt von ihren Kindern und Verwandten, von der Außenwelt, vom Leben. Während Georg Ludwig, ihr ehemaliger Ehemann, 1714 in London zur Königswürde kam und den englischen Thron bestieg, lebte Sophie Dorothea, die an seiner Seite hätte Königin werden können, unbeugsam bewacht in Isolation. Das Scheidungsurteil fußte auf dem Vorwurf einer „vorsätzlichen und böswilligen Desertation und Verweigerung der ehelichen Beiwohnung“.

Eingang des Schlosses Ahlden

Sophie Dorothea wurde 1666 als Tochter des „Heideherzogs“ Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg und der Französin Eleonore d‘Olbreuse geboren – eine außereheliche Tochter ohne standesgemäßen Hintergrund, denn die schöne Eleonore war von niederem Adel und zunächst die Mätresse des Herzogs. Dennoch erwirkte Georg Wilhelm im Jahr 1674 durch kaiserliches Patent für Mutter und Tochter den Stand als Reichsgräfinnen. Seine Tochter sollte im Falle einer Vermählung in einem angesehenen Haus den Status einer geborenen Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg einbringen. Des Herzogs ehemalige Verlobte Sophie von der Pfalz, erkannte die Zeichen der Zeit und leitete eine Vermählung ihres eigenen Sohnes, Georg Ludwig, mit Sophie Dorothea ein. Die Heirat im Jahr 1682 fiel für herzogliche Verhältnisse so bescheiden aus, dass sie als Vorzeichen für die nun unrühmliche Ehe genommen werden kann.

Trotz ihrer Anmut zog Georg Ludwig die Gesellschaft seiner Mätressen vor. Auch die Geburt zweier gemeinsamer Kinder konnte die Beziehung nicht festigen. Verfemt und einsam traf Sophie Dorothea nach sechs Jahren ehelicher Leidenszeit einen Freund aus Kindertagen wieder, Philipp Christoph von Königsmarck, mit dem sie eine Affäre begann. Als diese publik zu werden droht, beschließt er seinen Abschied und entscheidet sich, wieder in kursächsische Dienste zu treten.

Doch dazu kommt es nicht mehr. Am 1. Juli 1694 begibt sich Königsmarck in das Schloss, um von Sophie Dorothea Abschied zu nehmen. Er verlässt es nicht wieder. VierBedienstete sollen ihn ermordet und die Leiche in die Leine geworfen haben. Zwei beichteten die Tat wohl auf dem Sterbebett.Königsmarcks Leiche wurde allerdings nie gefunden. Das Schicksal meint es weiterhin nicht gut mit Sophie Dorothea. Sie wird nach Ahlden verbannt. Einzig ihre Mutter kam sie hin und wieder besuchen. Selbst als ihr Vater Georg Wilhelm 1705 auf dem Sterbebett lag, ersuchte er vergeblich, seine Tochter ein letztes Mal sehen zu dürfen. Nach dem Tod der Mutter 1722 fühlte Sophie Dorothea sich wohl gänzlich verlassen. Sophie Dorothea starb am 13. November 1726, nachdem sie jede ärztliche Hilfe abgelehnt hatte. Georg I. untersagte in Hannover jegliche Trauer und zürnte auch seiner Tochter, die als preußische Königin in Berlin Hoftrauer angeordnet hatte.

Nicht nur wegen dieser von Kabale und Liebe geprägten Geschichte ist die „Prinzessin von Ahlden“ bekannt. Sophie Dorotheas Sohn Georg August bestieg als Georg II den englischen Thron, ihre Tochter Sophie Dorothea war mit dem preußischen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I verheiratet, deren Sohn Friedrich als Friedrich der Große in die Geschichte einging. Somit ist Sophie Dorothea die Urahne vieler europäischer Königshäuser.

Wer geht so spät zu Hofe,
Da alles längst im Schlaf?
Im Vorsaal wacht die Zofe –
Schon naht der schöne Graf.
Er sprach: „Eh ich nach Frankreich geh,
Muß ich sie noch umarmen,
Prinzessin Dorothee.“
Nach einem Volkslied, aufgeschrieben von Theodor Fontane

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